Kampfstrategien im Budo

Wie verhält man sich bei einem Angriff, wenn man nicht genau weiß, was der Gegner vorhat? Soll man selbst in die Offensive gehen, oder besser auf den Angriff warten? Auf diese Fragen immer die richtige Antwort zu finden, ist nicht ganz einfach, denn auch “strategisches Kämpfen” will gelernt sein.

Um dazu in der Lage zu sein, eine halbwegs funktionierende Abwehr oder auch Kampfstrategie zu entwickeln, ist das Partnertraining unerlässlich. Hier kann man Situationen “trainieren”, denn nur, was im Training nahezu perfekt funktioniert, hat als Kampfstrategie im Ernstfall eine Chance. Wenn die Abwehrtechniken gegen die verschiedensten Angriffe immer wieder variiert und so eintrainiert werden, dass man ohne lange nachzudenken, reagieren kann, ist der erste Schritt zu einer guten Kampfstrategie getan.

Überraschungen sind normalerweise etwas Schönes, doch bei einem Überraschungsangriff sieht die Sache schon ganz anders. Hier stellen sich dann zwangsläufig folgende Fragen: Wie reagiert man, wenn man angegriffen wird und nicht weiß, was der Gegner vorhat? Soll man selbst in die Offensive gehen? Oder soll man abwarten, was der Gegner macht? Unter Umständen kann es bei Angriffen auf der Straße oft sogar besser sein, den Gegner abzulenken und die Flucht zu ergreifen. Aber egal, für welche Strategie man sich auch entscheidet: Tatsache ist, dass es immer schwierig ist, eine Verteidigung aufzubauen, wenn man nicht weiß, was der Gegner kann.

Kampfstrategien Boxen

Dies gilt sowohl für den Wettkampfbereich als auch für Auseinandersetzungen auf der Straße, so dass man in beiden Fällen eine wichtige Regel niemals außer acht lassen darf -man sollte den Gegner nie unterschätzen. Als nächstes stellt sich dann die Frage, welche Techniken, d.h. welche Kampfstrategie setzt man ein. Um darauf die richtige Antwort zu finden, bedarf es jahrelanges intensives Training, kombiniert mit dem wohl großartigsten aller Lehrer, der Erfahrung.

Die Bedeutung der Erfahrung

Erfahrung ist die Art von Wissen, die man durch Beobachtungen und durch die Praxis bekommt. Dieses Wissen führt mit der Zeit zu einem größeren Verständnis für die richtige Strategie und der damit verbundenen Effektivität.

Diese Erfahrungen sammelt man, wenn man über eine längere Zeit eine Kampfkunst trainiert. Dabei ist nicht immer so sehr die Trainingsdauer entscheidend, sondern das, was man innerhalb dieses Zeitraumes angenommen hat. Hat man z.B. realistisch gegen zahlreiche Partner mit variierender Statur und Persönlichkeit gekämpft, dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, ohne Deckung „erwischt“ zu werden. Außerdem ist man eher in der Lage, die Kampfkraft des Gegners in einer Angriffssituation einzuschätzen.

Die Strategie im Kampf

ist immer davon abhängig, mit welchen Techniken der Gegner angreift. Von daher gibt es auch die unterschiedlichsten strategischen Mittel bzw. Techniken, mit denen man einen Angriff begegnen kann. Aus diesem Grund macht es wenig Sinn, eine ganz bestimmte Strategie zu favorisieren, denn in einem Kampf spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, die vorher kaum abzuschätzen sind. In diesem Bereich ähnelt der Kampfsport sehr dem Schach, denn hier wie da gibt es unzählige „Eröffnungsvarianten und Gegenzüge“, die aber letztendlich immer von der jeweiligen Situation abhängig sind.

Kampfstrategie Kickboxen

Zum Schluss wollen wir einmal eine – zugegeben – sehr hypothetische Frage stellen: Was ist zu tun, wenn man genau weiß, was der Gegner machen wird? Einfach gewinnen? Wohl kaum, denn den Siegeswillen zu entwickeln (selbst mit einem guten Repertoire an Techniken) ist auch nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, so dass auch der Wille zum Sieg ein angemessenes Training erfordert. – Und selbst dann gibt es dafür keine Garantien.

Doch ein Trost bleibt: Mit der Zeit enwickelt man durch das Wissen Vertrauen zu sich selbst und die Weisheit, bedrohliche Situationen generell zu vermeiden. Das ist im Prinzip immer noch die Strategie, die am erfolgversprechendsten ist.

Selbstverteidigungstraining sollte so gestaltet sein, dass man ohne große Umschweife sofort zum “Punkt’ kommt. Je weniger Techniken dazu benötigt werden, einen Angreifer abzuwehren, umso sicherer ist der Erfolg. Im Partner Training weiß man überwiegend, wie die Technik des Angreifers aussieht und kann darauf dementsprechend eine Verteidigung aufbauen. Man lernt, auf die Bewegungen des Partners zu reagieren, die richtige Abwehrtechnik einzusetzen, um den Gegner unter Kontrolle zu bringen.

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