Submissions – die Spitze des Eisbergs

Egal ob im Brazilian Jiu Jitsu, Submission Wrestling oder MMA Wettkampf, für einen Grappler ist es immer das ultimative Ziel seinen Gegner mit einem Hebel oder Würgegriff zur Aufgabe zu zwingen. Natürlich ist das nicht immer möglich und viele Kämpfe werden heute auch durch Punkte oder Kampfrichterentscheidungen getroffen, aber genau wie im Boxen der K.O., ist ein Sieg durch Submission, die deutlichste Form seine Überlegenheit in einem Kampf zu demonstrieren. Hebel und Würgetechniken sind das Markenzeichen der meisten Grapplingstile und es gibt Tausende verschiedener Techniken, die alle mehr oder weniger funktionell in einem Kampf anzuwenden sind. Einige dieser Techniken funktionieren nur mit Gi, andere hauptsächlich ohne und wieder andere funktionieren in beiden Wettkampfformen, darüber hinaus hat jeder Kämpfer seine bevorzugten Techniken, die zu einem großen Teil von seinem Stil und seinen körperlichen Vorraussetzungen abhängig sind. Ein kleiner, kompakter Kämpfer, mit relativ kurzen muskulösen Beinen, wird wohl eher selten den Triangle Choke erfolgreich einsetzen, weil Ihm dies auf Grund seiner anatomischen Gegebenheiten sehr schwer fällt.

Grundsätzlich gesehen, sind Submissions das Ende einer langen Kette von Technik, Strategie und körperlichen Fähigkeiten, zumindest bei den Athleten die Grappling mit System trainieren und sich nicht nur auf ihre Kraft und die Gunst der Stunde verlassen und einfach wahllos irgendwelche Angriffe ausprobieren, aber dazu später mehr. Gerade wenn man mit dem Grappling beginnt und noch nicht viel tieferes Verständnis für die Materie hat, ist man oft auf Hebel und Würgegriffe fixiert und will möglichst viele Techniken in möglichst kurzer Zeit lernen. Je mehr Techniken man kennt, desto mehr Möglichkeiten für Submissions hat man schließlich, oder?

Ich würde diese Frage mit einem klaren Nein beantworten, denn Submissions sind nur die Spitze des Eisberges im Brazilian Jiu Jitsu. Die Vorbereitung dieser Techniken und die Fähigkeit sie in einem Kampf einzusetzen, ist wesentlich wichtiger, wenn auch nicht immer so leicht für Außenstehende zu erkennen. Nehmen wir z.B. einen Boxkampf. Wenn Vitali Klitschko seinen Gegner mit einem Jab oder Cross ausknockt benutzt er dabei die gleiche Technik wie Millionen Boxer auf der ganzen Welt. Trotzdem setzt er sie effizienter ein als, ein Amateurboxer. Warum? Weil er bessere körperliche Eigenschaften, eine bessere Strategie und mehr Erfahrung hat, als ein Amateurboxer. Genau das gleiche gilt zumindest teilweise auch für das Brazilian Jiu Jitsu. Wenn Rickson Gracie z.B. einen Armhebel macht, ist es oft der gleiche Armhebel den schon jeder Blaugurt kenn. Trotzdem macht er ihn viel besser und effektiver. Warum? Genau darum geht es in diesem Artikel.

Was also ist alles nötig, um einen Submission erfolgreich einzusetzen?

Grappling Ringen

Grundsätzlich braucht man nur ein paar Techniken, viel Kraft und einen Gegner der wesentlich schwächer und technisch schlechter ist, dann kann eigentlich jede Technik einfach durchziehen. Wenn man dann irgendwann an einen Gegner kommt, der genauso kräftig und technisch vielleicht sogar noch überlegen ist, wird man schnell seine eigenen Grenzen erkennen.

Da für mich diese Form des Kämpfens nie wirklich reizvoll war und ich seit vielen Jahren Brazilian Jiu Jitsu betreibe, werde ich in diesem Artikel die “Science of Submission” des Brazilian Jiu Jitsu erläutern.

Was sind also die Grundlagen:

  1. Mechanik
  2. Positionskontrolle
  3. Konter und Folgetechniken (Flow)
  4. Körperliche Eigenschaften
  5. Strategie
  6. Mentale Einstellung

1. Grappling Technik und Mechanik

Das ist die erste Stufe des Lernens, bevor man anfängt eine Technik im Kampf einzusetzen, muss man zu aller erst die Technik mit all ihren Komponenten lernen. Je besser man eine Technik beherrscht, desto effektiver kann man sie später in der Hektik eines Kampfes ansetzen.

Jeder Athlet sollte alle grundlegenden Hebel und Würgegriffe erlernen, auch wenn sich viele Kämpfer später auf einige wenige Techniken spezialisieren. Wie schon erwähnt spielt der persönliche Stil und die körperlichen Vorraussetzungen eine große Rolle, welche Techniken man gerne und effektiv ausführt und welche nicht.

Die Mechanik einer Technik ist die Grundlage für alle weiteren Aktionen und ich verdeutliche das immer gerne an folgendem Beispiel. Ein Stuntman der mit seinem Auto einen Stunt ausführt, denkt während der Fahrt nicht darüber nach wie man von einem Gang in den nächsten schaltet, oder wie man bremst oder beschleunigt. Er beherrscht die Grundlagen des Autofahrens perfekt, ohne darüber nachzudenken und baut auf dieser Fähigkeit, sein weiteres Handeln auf.

Grappling Kampfsport

Genau so verhält es sich beim Grappling. Ein guter Kämpfer denkt nicht darüber nach wie er einen Armhebel ausführt, sondern tut es einfach, weil er die Technik schon hundertfach im Training geübt hat. Dadurch dass er die Technik perfekt beherrscht, kann er sich auf andere Aspekte des Kämpfens, wie z.B. der Strategie oder das Timing konzentrieren. Müsste er sich bewusst auf die Ausführung einer Technik konzentrieren, würde sein Kampfverhalten nicht sehr erfolgreich sein.

Ein Anfänger kennt vielleicht das Gefühl, das er sich beim Sparring gegen einen fortgeschrittenen Gegner immer in Zugzwang befindet, es scheint als wäre der Gegner immer einen Schritt voraus und das ist er auch, weil er die Grundtechniken automatisiert hat und nicht mehr darüber nachdenken muss.

Aus diesem Grund ist es enorm wichtig gerade in den ersten Jahren, die Grundtechniken perfekt zu trainieren.

2. Grappling Positionskontrolle

Das ist der vielleicht wichtigste Aspekt innerhalb einer intelligenten Grappling Methode, wie z.B. dem Brazilian Jiu Jitsu. Bevor man einen Gegner zur Aufgabe zwingt, ist es enorm wichtig ihn in seinen Bewegungen einzuschränken und zu kontrollieren. Ein kleines Beispiel verdeutlicht dies ziemlich genau:Obwohl es einige Hebel und Würgegriffe gibt, die auch beim Standkampf funktionieren, passiert es doch sehr selten, dass solch eine Technik mit Erfolg in einem Wettkampf eingesetzt wird. Zumindest dann wenn das technische Niveau beider Kämpfer sehr hoch ist. Bei den ADCC Championships, z.B. wo die besten Grappler der Welt aufeinander treffen, werden fast alle Submissions in der Bodenlage erzielt.

Warum ist das so? Ganz einfach, weil der Gegner im Stand nicht so sehr in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt werden kann wie am Boden und so kann er den meisten Angriffen leichter entkommen. Ich hatte in den letzten Jahren die Möglichkeit mit so Brazilian Jiu Jitsu Experten wie Royce Gracie, Roy Harris, oder Dean Lister zu trainieren und dabei ist mir immer wieder aufgefallen wie viel Kontrolle diese Kämpfer über ihren Gegner haben, bevor sie den Kampf mit einem Hebel oder einer Würgetechnik beenden. Man kann dabei zu sehen wie man besiegt wird, aber man kann trotzdem nichts dagegen tun.

Ich weiß noch genau als ich mit meinem Lehrer Roy Harris über sein Training mit Rickson Gracie sprach. Auf die Frage wie sich Rickson beim Sparring anfühlt, nahm Roy mein Handgelenk drückte es mit einer Hand so fest zusammen das es schon fast weh tat und sagte, so fühlt sich Rickson beim Sparring an, auch wenn er unter dir ist.

Roy wurde stark von Ricksons Stil beeinflusst und deshalb ist seine Art des Kämpfens enorm von Kontrolle und Vorwärtsdruck geprägt. Wenn man mit Roy rollt, fühlt es sich an, als würde man gegen eine Wand aus Wasser kämpfen, er bewegt sich andauernd nach vorne und sobald man einen Fehler macht, füllt er die Lücke auf und nutzt sie zu seinem Vorteil.

Im BJJ erreicht man eine Kontrolle des Gegners durch die drei folgenden Komponenten:

  • korrekte Position des eigenen Körpers im Verhältnis zum Gegner
  • Vorwärtsdruck durch das Einsetzen des eigenen Körpergewichts
  • systematische Angriffe auf die “Waffen” des Gegners, die er zur eigenen Befreiung einsetzen kann

Nehmen wir einmal einen “Americano” Armhebel aus der Side Mount Position. Bevor man diese relativ einfache Technik anwenden kann, muss man den Gegner in der Side Mount Position kontrollieren und ihn daran hindern sich zu bewegen.

Seine Arme die er für eventuelle Befreiungsversuche einsetzen kann, muss man aus dem Weg räumen und in eine Position bringen, in der Sie relativ wenig ausrichten können. Erst dann kann man einen Americano ansetzen, ohne dabei Gefahrzulaufen durch eventuelle Befreiungsversuche des Gegners die Position zu verlieren.

Ich will auf diesen Thema an dieser Stelle nicht zu intensiv eingehen, da es hier primär um das Konzept für Hebel und Würgegriffe geht, aber es ist wichtig zu verstehen, das die Kontrolle des Gegners, vor und während eines Submissions oft darüber entscheidet ob die Technik funktioniert oder nicht.

3. Folgetechniken und Flow

Dies ist auch eine wichtige Fähigkeit die man entwickeln muss, wenn man dauerhaft mit Hebel und Würgegriffen erfolgreich sein will. Jeder eigene Angriff kann natürlich gekontert werden und je besser der Gegner ist, desto größer sind die Chancen, dass das auch häufig passiert.

Grappling BJJ

Wer also nur auf eine bestimmte Technik fixiert ist und diese krampfhaft anzubringen versucht, wird nicht viel Erfolg damit haben. Gute Kämpfer haben zwar oft ihre Spezialtechniken, aber Sie haben ein ganzes System darum aufgebaut, das Ihnen hilft mit allen eventuellen Angriffen und Kontern des Gegners fertig zu werden. Sie haben im Training fast jede mögliche Reaktion eines Gegners auf ihren Angriff durchgespielt und somit ein Plan entwickelt, mit dem Sie den Gegner immer weiter unter Druck setzen, bis Sie ihr Ziel erreicht haben.

Wer z.B. einen gestreckten Armhebel aus der Guard machen will, sollte sich immer darüber bewusst sein wie der Gegner auf diese Aktion reagieren kann. Er braucht einen Flow von einem Submission zum nächsten, bzw. von einem Submission zurück in eine für Ihn gute Position.

Um diese Fähigkeit zu entwickeln braucht man meistens Jahre, aber genau das macht viele Kämpfer so erfolgreich. Ihr gesamter Stil basiert auf Minisystemen, die Ihnen dabei helfen, den Kampf für sich zu entscheiden.

Der Vorteil dieser Minisysteme ist einfach. Dadurch dass man vorher alle eventuellen Reaktionen eines Gegners in einer bestimmten Position durchgespielt hat, kann man in der Hektik eines Kampfes schneller reagieren. Der Spruch “Go with the Flow” bedeutet nämlich nicht einfach irgendetwas zu tun, sondern das bereits bekannte Wissen optimal miteinander zu verbinden. Flow ist nämlich keine Technik, sondern ein Zustand indem der Körper mit seinen Ressourcen optimal umgeht.

4. Grappling Körperliche Eigenschaften

Wie in jeder Kampfkunst, spielen auch beim BJJ die körperlichen Fähigkeiten eines Athleten, eine große Rolle. Um einen Submission erfolgreich einzusetzen benötigt man folgende Attribute:

  • isometrische Kraft
  • Koordination und Körpergefühl
  • Sensitivität
  • Beweglichkeit (Gelenkmobilität und eine entspannte Muskulatur)

Isometrische Kraft ist enorm wichtig, weil man bei vielen Submissions, eine Extremität des Gegners mit seinen eigenen Armen und Beinen fixiert, um das zu erreichen, benötigt man isometrische Kraft. Bei einem gestreckten Armhebel aus der Mount Position z.B. fixiert man in der Endposition den Arm des Gegners auf der eigenen Brust, bevor man mit Hilfe der Hüfte, die Kraft erzeugt, um den Arm endgültig zu hebeln.

Für das fixieren auf der eigenen Brust, benötigt man isometrische Kraft in Armen und Beinen und das gleiche gilt für fast alle Submissions die man ausführt. Während man aus den Hüften und dem Körper heraus hebelt oder auch den Druck für einen Würgegriff erzeugt, nutzt man die Arme um den Gegner zu fixieren. Isometrische Kraft ist dabei natürlich von Vorteil. Koordination und Körpergefühl helfen dabei eine Bewegung extrem eng und kontrolliert auszuführen. Je besser man sich an einen Gegner anpassen kann, desto schwieriger kann dieser entkommen.

Koordination und Körpergefühl helfen dabei seine Kraft flexibel einzusetzen. Man gibt dem Gegner kein Platz um selber Kraft aufzubauen und kontrolliert so seine Bewegungen. Das Gegenteil davon sind häufig Anfänger die mit roher Kraft versuchen einen Submission durchzuziehen, was nur selten gelingt. Diese beiden Fähigkeiten entwickelt man nur wenn man lernt seinen Körper in den unterschiedlichsten Positionen zu kontrollieren. Gerade das unterscheidet oft einen guten Kämpfer von einem Anfänger.

Hebel und Würgegriffe funktionieren immer nur dann perfekt, wenn man sie mit dem ganzen Körper ausführt, sobald man nur mit der Kraft einer bestimmten Muskelpartie zu arbeiten beginnt, verlieren Sie Ihre Effizienz. Sensitivität ist die Fähigkeit die Kraft des Gegners zu spüren und damit zu arbeiten. Der mehrfache UFC Champion Randy Couture bezeichnete seine Art des Kämpfens einmal als „Kienesteetisches Schachspiel“. Ich sage immer Brazilian Jiu Jitsu ist wie das Chi Sao im Wing Chun, nur das man es mit dem gesamten Körper ausführt.

Grappling Würgegriff

Die beste Methode Sensitivität zu entwickeln, ist das langsame „Rollen“ also Sparring mit langsamer Geschwindigkeit. Auch das Sparring mit geschlossenen Augen hilft dabei, sich vermehrt auf seine taktilen Fähigkeiten zu verlassen. Darüber hinaus ist es enorm wichtig ohne Aggression zu trainieren und nicht mit aller Gewalt gewinnen zu wollen. Nur wer körperlich und geistig entspannt an die Sache herangeht, wird Erfolge erzielen und wer einmal gesehen hat, wie entspannt einige BJJ Meister während des Kämpfens sind, weiß das sich der Trainingsaufwand lohnt.

Flexibilität ist die letzte Eigenschaft die man besitzen sollte, um erfolgreich Submissions anzuwenden. Gerade wenn es darum geht aus der Guard Position (Bottom) Hebel und Würgegriffe anzuwenden ist eine gute Gelenkmobilität der Knie und Hüftgelenke, sowie eine entspannte Oberschenkelmuskulatur von Vorteil. Als ich vor einigen Jahren mit Royce Gracie trainiere, viel mir seine Beweglichkeit sofort auf, obwohl er kein Yoga machte, folgte er seit Jahrzehnten einer speziellen Routine, die ihn extrem flexibel macht.

Gelenkmobilität und eine entspannte Muskulatur beugen auch vielen Verletzungen vor und deshalb sollten spezifische Mobilitätsdrills und Entspannungsübungen zum Trainingsprogramm eines jeden Grapplers gehören. Nicht umsonst trainieren Rickson Gracie und viele andere Brazilian Jiu Jitsu Meister, schon seit unzähligen Jahren Yoga und Ginastica Natural. Das Training der körperlichen Eigenschaften ist also wie bei allen Kampfsportarten auch, von enormer Bedeutung

5. Grappling Strategie

Dieser Punkt unterscheidet Kämpfer von guten Kämpfern, denn ein intelligenter Athlet hat immer ein Verständnis für seinen eigenen Stil, sowie für den Stil des Gegners. Strategie ist die Kunst seine eigenen Stärken einzusetzen, die Schwächen des Gegners anzugreifen und seine eigenen Schwächen zu verbergen.

Um eine effektive Kampfstrategie zu entwickeln, braucht man ein gutes Verständnis für die Grundtechniken, denn wenn man nicht versteht wie man sich in den verschiedenen Situationen des Kampfes zu verhalten hat, kann man auch keine Strategie entwickeln.

Man muss seine eigenen Stärken erkennen und dann systematisch einen Weg entwickeln, diese Stärken einsetzen. Wenn ein Athlet z.B. einen sehr guten Kimura oder Americano aus der Side Control Position hat, dann ist es für Ihn extrem wichtig auch gute Fähigkeiten beim passieren der Guard zu entwickeln. Außerdem muss er einen Weg finden in die obere Position zu kommen, d.h. er braucht gute Takedowns, oder muss sich darauf spezialisieren seinen Gegner am Boden zu sweepen, um so in die Oberlage zu kommen.

Ein guter Kämpfer sieht also nicht nur eine Technik isoliert, sondern immer die Komplexität eines Kampfes und er entwickelt eine Strategie, die ihm hilft in die Position zu kommen, in der er seine Stärken einsetzen kann. Genau darin liegt auch die Individualisierung. Während Grundtechniken immer gleich bleiben, entwickelt jeder Athlet seinen eigenen Weg diese einzusetzen.

Grappling Strategie

Natürlich ist das nicht etwas was man in den ersten Jahren seines Trainings lernt, aber sobald man einen gewissen Level erreicht hat, beginnt man damit sein persönliche Interpretation des Stiles, den man praktiziert, zu entwickeln.

6. Grappling Mentale Einstellung

Training und Kampf sind zwei völlig verschiedene Ausdrucksformen innerhalb des Grappling. Während man im Training sehr viel denken und bewusst trainieren sollte, kommt es im Kampf darauf an, völlig frei von Gedanken, oder Zielen zu sein. Wenn man also im Training eine Strategie entwickelt, einen Spielplan erstellt und sich seine eigenen Fähigkeiten bewusst macht hilft das die eigene Leistung deutlich zu verbessern. Vorausgesetzt man verliert in einem Kampf seinen Verstand und lässt seinen Körper die Arbeit machen. Jeder Gedanke und jede Emotion trägt dazu bei, langsamer als der Gegner zu sein, denn wenn man mit einem Gedanken auf etwas reagiert was der Gegner getan hat, dann bekämpft man eine Situation die schon längst geschehen ist. Man befindet sich nicht mehr im hier und jetzt, kann nicht mehr spontan sein, sondern reagiert nur noch, indem man den Aktionen des Gegners hinterherläuft.

Hier gewinnt der Spruch von Rickson Gracie „Go wich tue Flow“ wirklich an Bedeutung, denn in einem Kampf sollte man fliesen und einfach alles geschehen lassen, die Vorarbeit dazu, hat man hoffentlich in den Trainingseinheiten davor gemacht, so das man jetzt unbewusst auf ein hoch entwickeltes System von Techniken und einen gut trainierten Körper zurückgreifen kann.

Sobald man sich also freigemacht hat, irgendwelche Submissions machen zu müssen, passieren Sie von ganz alleine. Denn genau wie sich der K.O. beim Boxen auch nicht erzwingen lässt, sondern einfach passiert, verhält es sich mit den Submissions innerhalb des Grappling. Sie passieren einfach und je intelligenter man trainiert, desto mehr Möglichkeiten für Hebel und Würgegriffe werden sich ergeben.