HAP-KI-DO – das koreanische Kung-Fu

Die Entwicklung der sogenannten Hap-Ki-Techniken begann im Altertum in Indonesien, Burma und Malaysia, die im Vergleich zu ihren Nachbarländern in der Zivilisation schon weiter entwickelt waren. Die Buddhistenmönche, die vor 3000 Jahren von Indonesien und China aus ihre Religion in andere ostasiatische Länder trugen, lehrten auch gleichzeitig eine Verteidigungstechnik, die sie für ihren Missionsauftrag benötigten, um sich im Lebenskampf zu behaupten. Durch sie kam diese Technik auch bis nach Korea, wo sie sich zur Hap-Ki-Do-Technik entwickelte. Später wurde diese Selbstverteidigungstechnik von koreanischen Adelsfamilien übernommen und von ihnen unter strengster Geheimhaltung nur an die obersten Familien des Landes weitergegeben. Heute ist Hap-Ki-Do bei der koreanischen Bevölkerung ein beliebter und weitverbreiteter Sport.

Von Korea aus wurde der Buddhismus nach Japan getragen, wo sich damit auch die Selbstverteidigungstechnik ausbreitete. Nach dem 2. Weltkrieg gründete Meister Choi Yong Sull durch Systematisierung der Hap-Ki-Technik das Selbstverteidigungs- und Kampfsystem Hap-Ki-Do. Heute führt Chi Han Jae als Präsident des koreanischen Hap-Ki-Do-Verbandes seine Arbeit weiter. Jede asiatische Kampftechnik hat einen langen Entwicklungsprozess durchgemacht, bis sie zu der kunstvollen Art der Selbstverteidigung wurde, die damals in Korea in hohem Ansehen stand und von der Regierung des Landes stark gefördert wurde.

In alten koreanischen Schriften sind einige dieser Entwicklungsstufen überliefert. Die Faust- oder Hand-Techniken stammen aus China und wurden in Korea weiter systematisiert ausgefeilt. Bis heute wurde Hap-Ki-Do weiterentwickelt, so dass man von einer unserer Zeit angepassten, modernen, waffenlosen Selbstverteidigungskunst sprechen kann.

HapKiDo Kampfsport

Vor ca. 60 Jahren kam der koreanische Hap-Ki-Do-Großmeister Kim Sou Bong nach Europa und begann diese Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung zu lehren und zu verbreiten, bis sie schließlich im Jahre 1973 über die Grenze Deutschlands nach Österreich gelangte und in der steirischen Landeshauptstadt Graz von einem beauftragten Meisterschüler des Großmeisters gelehrt wurde.

Jahre danach traten die ersten österreichischen Hap-Ki-Do-Meister hervor und verbreiteten diese Selbstverteidigungstechnik über das gesamte Bundesgebiet. Als Krönung wurde im Jänner 1984 das österreichische Hap-Ki-Do-Institut (System Kim Sou Bong) die sogenannte Hochschule des Hap-Ki-Do, in Graz eröffnet.

HAP-KI-DO

HAP bedeutet „Zusammen“, eine Harmonie zwischen Körper und Geist. Das heißt, dass ein Mensch alles erreichen kann, wenn sich Körper und Geist in einem harmonischen Einklang befinden.

Kl bezeichnet die geistige und körperliche Kraft, sie resultiert aus der Konzentration, die sich in Form und Energie auf den Körper überträgt.

DO ist der Weg, die Technik der Lehrmethode, auch der Lebensweg. Ziel des Hap-Ki-Do-Trainings ist nicht der Sieg beim Wettkampf, sondern das Streben nach Vervollkommnung von Körper und Geist. Erst durch die vollkommene Harmonie zwischen Körper und Geist ist es den Schwächeren möglich zu siegen.

Dieser Grundgedanke ist die Leitidee des Hap-Ki-Do.

Wer diese edle Kunst der Selbstverteidigung beherrscht, wird sicher sein, im entscheidenden Augenblick richtig zu handeln, die Kraft des Gegners einzuschätzen und sie zum eigenen Vorteil nutzen zu können. Nicht Angriff, sondern Schutz des eigenen Körpers stehen im Mittelpunkt. Zusammengenommen kann Hap-Ki-Do den Menschen zu einem neuen Dasein führen.

Hap Ki Do Selbstverteidigung

Das Hap-Ki-Do kann man nicht nur ein „bisschen“ erlernen, denn das Hap-Ki-Do erfordert den ganzen Geist und den ganzen Körper – es erfordert den ganzen Menschen.

Seit vielen Jahren verbreiten asiatische Meister ihr Können in Europa. Dabei zeigte sich der Unterschied zwischen Europäern und Asiaten. Er betrifft die geistig-seelische Einstellung und die Tradition von über 1000 Jahren existierenden, festgelegten Disziplinen. Wir Europäer erlernen die Methoden und Techniken in kurzer Zeit. Das geistig-seelische Verhältnis zur Disziplin fehlt aber meist zwischen Lehrmeister und Schüler. Eine über 1000 Jahre alte asiatische Tradition kann man nicht in ein paar Jahren erlernen, dazu müsste man mit diesen Menschen über einen längeren Zeitraum leben und fühlen.

Für Europäer bedeutet Sport meist Freizeitgestaltung zur körperlichen Gesunderhaltung oder zur Freude. Beim Wettkampf ist unser Hauptziel der Sieg, der Meistertitel. Das gleiche gilt auch für Asiaten. Aber bei Mudo-Sportarten wie „Hap-Ki-Do“ bedeutet die lebenslange Teilnahme mehr als nur ein Meistertitel. Über den Sieg steht die Kunst des Mudo-Sports.

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