Die indonesische Kampfkunst

Die anmutige indonesische Kampfkunst Pentjak-Silat ist in Deutschland -leider – nur sehr schwach vertreten. Bei unseren holländischen Nachbarn dagegen findet man sehr viel häufiger Vereine dieser sehr alten Kampfkunst mit ihren verschiedenen Stilrichtungen.

Ähnlich dem klassischen chinesischen „Kung Fu“ werden auch im Pentjak-Silat die Angriffsbewegungen verschiedener Tiere imitiert. Auffällig sind die schnellen Wechsel zwischen hohen und zum Teil extrem tiefen Stellungen, die Bewegungsformen (Katas) werden mit einer solchen Leichtigkeit und balletartigen Ästhetik ausgeführt, dass man wirklich von einer Kampfkunst reden kann. Trotz dieser anmutigen Bewegungen ist Pentjak-Silat vom reellen Kampfwert her gesehen kein „Show“-System. Richtig beherrscht, kann man sich damit sehr gut verteidigen. Zahlreiche Waffen sind ebenfalls Bestandteil dieser Schule: Stock, Schwert, Sai, Lanze und Machete, um nur einige zu nennen. Eine typische Besonderheit verdient Beachtung: Die fortgeschrittenen Partnerübungen.

indonesische Kampfkunst

Einer der beiden Partner beginnt ohne vorherige Absprache mit einer beliebigen Technik. Der Andere wehrt ab und kontert. Dann ist wieder der Erste dran. Das geht solange, bis es einem von beiden gelungen ist, eine Technik anzubringen, die der Andere nicht blocken kann, er lässt sich zu Boden sinken und verharrt einige Augenblicke „tot“ auf der Erde. Hat diese durchgekommene Technik nur dazu geführt, einen Arm oder ein Bein bewegungsunfähig zu machen, so verhält sich der Getroffene dementsprechend gehandikapt und kämpft weiter, bis die Entscheidung fällt. Das Interessante ist nur, dass die Bewegungen zwar fließend und mit ganz leichtem Kontakt, aber in Zeitlupe ausgeführt werden. Und man muss neben entsprechender Körperbeherrschung auch ein gutes Gedächtnis haben. Denn nachdem der „Tote“ wieder aufgestanden ist, beginnt das Ganze noch einmal von vorne. Aber jetzt sehr schnell und mit Kraft. (Gefährliche Techniken natürlich auch jetzt nur andeutungsweise. aber einfache Körpertreffer werden hart durchgezogen!) Wenn man dann nicht aufgepasst hat und die Reihenfolge durcheinanderbringt, kommt man aus dem Rhythmus und erlebt eine böse Überraschung.

Training Kampfsport

Jeder dieser Partner „katas“ wird jedes mal neu und vollkommen aus dem Augenblick heraus geschaffen; individuell aufgebaut ähnelt keine der anderen. Natürlich wird das auch mit den verschiedensten Waffenkombinationen ausgeführt-Machete gegen Stock, Sai gegen Schwert, Lanze gegen Lanze usw. Der Anfänger beginnt mit kurzen Kampfsequenzen, zwei bis drei Bewegungen und steigert sich dann allmählich. Das Ganze ist eine ausgezeichnete Übung der Koordination, der Techniken, des Gefühls für zweckmäßige Kombinationen und -nicht zuletzt – des Gedächtnisses.

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