Chuck Norris von Karate zum Film

Carlos Ray, so Chuck Norris’ bürgerlicher Name, wurde am 10. Mai 1940 in Rayn (Oklahoma) geboren. Sein Vater war ein echter Cherokee-Indianer, der dem Alkohol mehr Bedeutung beimass als dem Familienleben, so dass er bereits zwei Jahre nach Carlos’ Geburt die Familie verließ und der Mutter die Erziehung von Carlos und seinen beiden Brüdern überließ.

Erster Kontakt mit dem Kampfsport in Korea

Nach der High-School und kurzem College-Aufenthalt, trat Chuck 1958 in die US-Air-Force ein. Zuvor ehelichte er noch seine Freundin Dianne Holechek, die er bereits aus seiner High-School-Zeit kannte.

Doch Zeit für Flitterwochen blieb den Jungvermählten nicht. Chuck wurde nach Korea beordert. Während seines Aufenthaltes dort lernte Chuck Norris Tang Soo Do, die Kunst der Messerhand sowie Taikwan-do, die die Technik von Sprüngen und Fußtritten beinhaltet. Ebenso machte er sich einige Karate Stile zu eigen.

Tagsüber Karatelehrer, nachts Mechaniker

1962 kehrte Chuck Norris in die USA zurück, wo er sich tagsüber als Karatelehrer, nachts als Hilfs-Mechaniker in einer Flugzeugfabrik verdingte. Doch schon bald konnte er aus Zeitgründen seinen Job als Mechaniker nicht mehr ausüben, da seine Kampfschule immer mehr Zuspruch fand. Filmgrößen wie Steve McQueen und Clint Eastwood zählten zu seinen Schülern.

6 x Karate-Weltmeister

Karate Chuck Norris

Das Training in seiner eigenen Schule, das er täglich absolvierte, machte ihn schließlich 1965 zum US-Champion. Drei Jahre später – 1968 – errang er erstmalig den Titel des Karate-Weltmeisters. Sechsmal konnte er den Titel verteidigen, ehe er 1974 ungeschlagen abtrat.

Erste Kontakte zur Filmbranche

konnte der Champion dank Steve McQueen knüpfen. Bereits 1969 wurde Chuck Norris für die Koordination der Action-Sequenzen des Dean-Martin-Films »Rollkommando« engagiert, wo er auch eine kleine Rolle spielen durfte. Mittlerweile war die Anzahl von Chucks Schulen auf zweiunddreißig angewachsen. So nahm der Emporkömmling die nächsten beiden Filmangebote mehr aus Spaß als aus Geldnot an.

Herausforderer von Bruce Lee

Zunächst sagte er die Mitarbeit an einem Projekt zu, das inzwischen schon legendär geworden ist: »The Way of the Dragon« (»Die Todeskralle schlägt wieder zu« — 1972). Norris spielt darin den Herausforderer des bereits zum Mythos gewordenen Bruce Lee. Norris Kampf gegen Lee im Kollosseum ging in die Martial-Arts-Filmgeschichte ein und zählt heute zu den besten des Genre

Der nächste Film entstand 1973 und zeigt den Amerikaner neben dem damals noch unbekannten Wang Tao, der ihn laut Drehbuch am Schluß zu besiegen hat. »The Yellow-Faced Tiger«, so der Originaltitel, lief bei uns unter dem Titel »Der Boss von San Francisco. Nach Realisierung dieses Films wollte Norris sich vom Filmgeschäft ganz zurückziehen und nur noch für seine Schulen präsent sein.

Alle Karate-Schulen verloren

Doch es kam anders als geplant. Norris liess sich auf ein gewagtes geschäftliches Unternehmen ein und verlor auf einen Schlag alle seine Karate-Schulen. Sein einziges Einkommen bestand plötzlich nur noch aus Privatstunden und gelegentlichen Karate-Seminaren. Chuck besann sich auf seine Erfolge im Showbusiness und begann erneut zu filmen. Sein erstes Werk nach der Pleite lieferte er 1977 mit »Breaker Breaker« (»Breaker Breaker« / »Action forever«), Norris spielt darin den Trukker J. D. Dawes, der in einer Kleinstadt seinen verschwundenen Bruder sucht und sich nur dank seiner Kampftechnik behaupten kann.
ln »Good Guys Wear Black« (»Black Tiger« / Video-Titel »Black! Fighter« – 1978) verkörpert er einen Vietnam-Veteranen, der wider Willen in die Machenschaften des CIA verwickelt wird. Anne Archer und James Franciscus waren seine Filmpartner.

Mit Bill Wallace vor der Kamera

Bill Wallace, Clu Gulager und Jennifer O’Neill waren seine Partner in dem 1979 entstandenen »A Force of One« (»Der Bulldozer«), Hier wird die Geschichte Matt Lo-gans, eines Karate-Champions, erzählt, der für die Polizei einen Mörder sucht, der allem Anschein nach auch in Karate ausgebildet ist. Bill Wallace und Norris bestreiten den Endkampf auf ungewöhnliche Weise. Logans Gegner in der Endausscheidung der Karate-Meisterschaft ist gleichzeitig der gesuchte Mörder.

Kampfsport Chuck Norris

1980 führten die Dreharbeiten zu »The Octagon« (»Octagon«) den inzwischen in den USA zum Star avancierten Kämpfer und den alten Haudegen Lee van Cleef sowie die attraktive Karen Carlson zusammen. Scott James (C. Norris) muß seinen Freund aus den Händen von Ninjas befreien und hat spektakuläre Kämpfe zu bestehen.

Der erhoffte positive Wiedereinstieg in die Filmbranche verlief für den Mimen erfolgreich, und seine Filme fanden regen Zuspruch beim Publikum. Der erste Karriereabschnitt war beendet.

Neuer Abschnitt

Zum zweiten Abschnitt sind vier Filme zu zählen, die allesamt die Vorgänger übertrafen. Dies sind »An Eye for an Eye« (»Der Gigant« – 1981), »Silent Rage« (»Das stumme Ungeheuer« – 1982) und die beiden Streifen, die unzweifelhaft seine besten sind: »Forced Vengeance« (»Kalte Wut« w- 1982) (und »Lone Wolfe McQuade« (»McQuade – Der Wolf« -1982).

»Dracula« Christopher Lee und Mako spielen neben Norris in »Der Gigant«, wo er als Sean Kane einen Mord an einem Polizistenkollegen aufzuklären hat. In »Das stumme Ungeheuer« kämpft er gegen eine menschliche Kampfmaschine, die durch einen wissenschaftlichen Fehlversuch zu einer Art Zombie wurde.

Rasante Action-Szenen

Wohl der beste Film ist »McQuade — Der Wolf«, in dem er David Carradine als Gegenspieler und die atemberaubend schöne Barbara Car-rera als Gespielin hat. Die Action-Szenen sind gekonnt realisiert worden, und der Endkampf Carradine/Norris wird zum Fest für Kampfsportfans.

Norris Fight Karate

»Kalte Wut« ist der letzte Film, den man großzügig unter dem Begriff Eastern ein-ordnen kann, den Norris vor Beginn des Auskostens der inzwischen rollenden »Rambo« – Welle produzierte. Als Josh Randall, der zwei Mädchen in Hongkong vor der dortigen Mafia schützen muß, kann der Ex-Champion nochmals seine Kampfkünste zur Schau stellen.

Rambo-Fieber ausgenutzt

Im dritten Abschnitt seiner Karriere begann Chuck das grassierende »Rambo-Fieber« für sich auszunutzen: »Missing in Action« (»Missing in Action« – 1984) und »Missing in Action – The Beginning« (»Missing in Action 2« – 1984). In beiden Filmen geht es um die Befreiung von US-GI’s, die sich noch immer in Gefangenschaft der Vietnamesen befinden. Mit »Code of Silence« (»Cusack, der Schweigsame« — 1985) lieferte Norris den schlechtesten Film seiner Karriere ab. Das Werk konnte seine Fans in aller Welt nicht überzeugen.

Im gleichen Jahr entstanden auch »Delta Force« (»Delta Force«) und »Invasion USA« (»Invasion USA«), beide Streifen befassen sich mit der Bekämpfung von Terrorismus. In »Firewalker« (»Die Feuerwalze« – 1986) konnte Chuck Norris erstmals auch seine komödiantischen Fähigkeiten in den Vordergrund stellen. An seiner Seite prügelte sich Louis Gossett jr. (»Iron Eagle«).

Den Höhepunkt der 1984 gestarteten »Missing in Action«-Reihe stellte der 3. Teil dar: »Missing in Action — Braddock« – 1987.
1988 stellte Chuck Norris sein Buch »The Secret of Inner Strength« vor, ein Buch über seinen Kampfsport und über sein Leben.

Sein Sohn trat in seine Fußstapfen

Mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt Norris in Kalifornien, wo er sich von den anstrengenden Dreharbeiten erholt und sich auf neue Projekte vorbereitet. Chucks Sohn Mike ist inzwischen in die Fußstapfen seines Vaters getreten und arbeitet als Schauspieler. Bereits drei Filme hat Norris-Junior fertiggestellt: »Young Warriors«, »Born American« und »Survival Game«. Sollte Mike Norris der gleiche Erfolg wie seinem Vater beschieden sein, dürfen wir noch mit einer Reihe interessanter Filme rechnen, vielleicht einmal sogar Seite an Seite mit seinem Vater.

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